DRI: WER VERANTWORTUNG TRÄGT, WENN KI-PROJEKTE SCHEITERN
Das Wichtigste
In KI-Projekten fehlt oft nicht das Modell, sondern die klare Verantwortung. Das Konzept des Directly Responsible Individual gibt jedem Vorhaben genau eine Person, die am Ende geradestehen muss.
Was ist passiert?
Simon Willison, einer der einflussreichsten Stimmen im KI-Entwickler-Umfeld, hat sich mit dem Begriff Directly Responsible Individual (DRI) beschäftigt. Die beste Definition fand er im GitLab Handbook: Eine DRI ist die Person, die für Erfolg oder Scheitern eines Projekts, einer Initiative oder Aktivität ultimativ verantwortlich ist.
Der Begriff stammt ursprünglich aus Apples Unternehmenskultur, wo er seit Jahren als Organisationsprinzip gilt. GitLab hat ihn für Remote-Teams formalisiert und dokumentiert.
Warum ist das relevant?
KI-Projekte scheitern selten an der Technologie. Sie scheitern an unklaren Zuständigkeiten, diffuser Verantwortung und dem klassischen "das klären wir noch"-Modus.
Gerade jetzt, wo Unternehmen im DACH-Raum KI-Initiativen skalieren, von Copilot-Rollouts bis zu eigenen LLM-Integrationen, entsteht ein strukturelles Problem: Viele Stakeholder, aber niemand der wirklich haftet. Produktteam, IT, Datenschutz, Management - alle reden mit, niemand entscheidet.
Das DRI-Prinzip ist kein Bürokratie-Tool. Es ist ein Klarheitswerkzeug. Eine Person, eine Entscheidung, eine Verantwortung. Das beschleunigt Iterationen und verhindert, dass KI-Projekte im Abstimmungsloop sterben.
Willisons Interesse an diesem Konzept ist kein Zufall. In einer Zeit, in der Teams zunehmend mit KI-Assistenten arbeiten und Entscheidungen zwischen Mensch und Modell aufgeteilt werden, wird die Frage nach menschlicher Verantwortlichkeit drängender, nicht leichter.
Take-Away
Benenne für jedes laufende KI-Projekt heute eine DRI. Nicht ein Team, nicht eine Abteilung, eine Person mit Namen. Wer das nicht tun kann, hat ein Governance-Problem, kein Technologie-Problem.
