GOOGLE ÖFFNET GEMINI UND SEARCH FÜR DRITTANBIETER-APPS
Das Wichtigste
Google startet die Connected Apps Platform: Jeder Entwickler in den USA kann künftig eigene Apps in Gemini und Google Search integrieren lassen. Das Ziel: Nutzer sollen Dienste direkt über die KI-Oberfläche bedienen, statt einzelne Apps zu öffnen.
Was ist passiert?
Google macht sein Connected Apps-Feature, das bereits in Gemini und der Google Suche existiert, für ein breiteres Entwicklerpublikum zugänglich. Bisher konnten Nutzer Dienste wie Canva oder YouTube Music verknüpfen und direkt aus Gemini heraus nutzen, etwa um einen Flyer zu designen oder eine Playlist zu bauen.
Mit der neuen Plattform öffnet Google diesen Mechanismus für beliebige Unternehmen und Entwickler. Wer teilnehmen will, integriert über einen Cloud-gehosteten MCP-Server (Model Context Protocol) oder die Android AppFunctions APIs, registriert die App anschliessend über die Google Connected Console und kann wählen, ob sie in Search, Gemini oder beiden Produkten erscheint.
Nach dem Launch bekommen Entwickler Zugriff auf Traffic-, Latenz- und Fehlerdaten, behalten aber Kontrolle über Markenauftritt wie Logo und verifizierte Accounts. Aktuell sind laut Google bereits über 50 Connected Apps in Gemini aktiv, darunter Partner wie Adobe, Experian, Peloton und Localiza. Neu hinzu kommt die Meditations-App Calm, die sowohl in Gemini als auch in Search starten soll.
Warum ist das relevant?
Google zieht hier eine Parallele zu SEO, die nicht zufällig gewählt ist. Wenn Nutzer zunehmend über KI-Agenten statt klassischer App-Icons auf Dienste zugreifen, entscheidet die Sichtbarkeit innerhalb von Gemini und Search über Reichweite, ähnlich wie früher das Suchmaschinen-Ranking.
Für Unternehmen in DACH heisst das: Wer seine Dienste jetzt nicht auf MCP-Kompatibilität vorbereitet, riskiert in der nächsten Phase des "agentic web" unsichtbar zu werden. Die Konkurrenz schläft nicht, OpenAI baut mit Partnerschaften wie ServiceNow und Oracle parallel an einem ähnlichen Ökosystem für ChatGPT.
Für Entwickler ist die technische Hürde überschaubar, MCP hat sich als De-facto-Standard für Agenten-Integrationen etabliert. Wer bereits einen MCP-Server betreibt, ist der Konkurrenz einen Schritt voraus.
Take-Away
Die Connected Apps Platform ist aktuell nur als Public Preview für US-Entwickler über eine Warteliste verfügbar, einen Termin für die breitere Öffnung nennt Google nicht. Wer in DACH plant, seine App agentenfähig zu machen, sollte jetzt MCP-Infrastruktur aufbauen statt erst zu reagieren, wenn die Plattform hierzulande live geht.
