GOOGLE NUTZT DEINE DATEN FÜR KI-TRAINING: SO WIDERSPRICHST DU
Das Wichtigste
Google hat seine Datenschutzeinstellungen still geändert und speichert nun mehr Nutzerdaten, um KI-Modelle zu trainieren. Wer nicht aktiv widerspricht, ist dabei.
Was ist passiert?
Google hat eine Änderung an seinen Privacy-Einstellungen vorgenommen, die dem Unternehmen erlaubt, deutlich mehr Nutzerdaten zu speichern und für das Training seiner KI-Modelle zu verwenden. Laut TechCrunch betrifft das explizit auch Medieninhalte: Bilder, Dateien, Audio- und Videoaufnahmen.
Die Änderung kam ohne große Ankündigung. Wer Google-Dienste nutzt, hat damit implizit zugestimmt, sofern er die entsprechende Einstellung nicht manuell deaktiviert hat.
Warum ist das relevant?
Für Unternehmen im DACH-Raum ist das mehr als eine Datenschutz-Randnotiz. Wer Google Workspace, Google Meet oder Google Drive im Unternehmenskontext einsetzt, sollte prüfen, welche Daten dort verarbeitet werden und ob die neuen Standardeinstellungen mit internen Datenschutzrichtlinien oder Kundenverträgen vereinbar sind.
Die DSGVO stellt hohe Anforderungen an Einwilligung und Zweckbindung. Ein Opt-out-Modell, bei dem Nutzer aktiv widersprechen müssen, steht konzeptionell in Spannung mit dem europäischen Prinzip der informierten, aktiven Einwilligung. Ob Google hier rechtlich sauber agiert, dürfte Datenschutzbehörden beschäftigen.
Der breitere Kontext: Alle großen KI-Anbieter suchen aggressiv nach Trainingsdaten. OpenAI, Meta und Google haben in den vergangenen Monaten jeweils ihre Nutzungsbedingungen angepasst, um mehr Spielraum für KI-Training zu gewinnen. Google ist diesmal besonders direkt.
Take-Away
Jetzt handeln: Google-Konto öffnen, unter Datenschutz und Personalisierung die KI-Trainingsoptionen prüfen und bei Bedarf deaktivieren. Für Unternehmen gilt zusätzlich: Google Workspace Admin-Konsole auf entsprechende Einstellungen prüfen und IT-Sicherheitsverantwortliche informieren. Wer sensible Kundendaten oder Mediendateien über Google-Dienste verarbeitet, sollte das nicht dem Zufall überlassen.
