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KI-BILDER VON CHATGPT UND GEMINI: FUNKTIONIERT KI-KENNZEICHNUNG WIRKLICH? - T3N

Business15. März 2026
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Das Wichtigste

KI-generierte Bilder tragen heute technisch Metadaten zur Herkunft – doch ob diese Kennzeichnung in der Praxis ankommt, hängt von Plattformen, Tools und Nutzern ab. Der Standard ist da, die Lücken auch.

Was ist passiert?

Sowohl ChatGPT als auch Gemini betten in ihre generierten Bilder mittlerweile C2PA-Metadaten (Coalition for Content Provenance and Authenticity) ein. Dieser offene Standard markiert Bilddateien mit einem kryptografisch signierten Herkunftsnachweis: Wer hat das Bild wann mit welchem Werkzeug erstellt?

Das klingt nach einer sauberen Lösung. Ist es aber nur halb.

Das Problem liegt nicht im Standard selbst, sondern in der Verarbeitungskette danach. Sobald ein Bild auf WhatsApp geteilt, in einem CMS hochgeladen oder per Screenshot weiterverbreitet wird, sind die Metadaten in der Regel weg. Plattformen wie Instagram oder X streifen EXIF- und C2PA-Daten beim Upload routinemäßig ab. Was bleibt, ist ein Bild ohne Herkunft.

Hinzu kommt: Selbst wenn Metadaten erhalten bleiben, fehlt den meisten Nutzern das Werkzeug oder das Wissen, sie auszulesen. Content Credentials – die sichtbare Benutzeroberfläche über C2PA – ist bei wenigen Plattformen aktiv integriert.

Warum ist das relevant?

Für Unternehmen im DACH-Raum wird das Thema regulatorisch konkreter. Der EU AI Act verlangt Transparenz bei KI-generierten Inhalten, insbesondere wenn sie täuschen könnten. Die technische Infrastruktur (C2PA) ist vorhanden, aber die rechtliche Anforderung und die technische Realität klaffen auseinander.

Für Entwickler und Produktteams bedeutet das: Wer KI-Bilder in Workflows einbindet – ob für Marketing, E-Commerce oder redaktionelle Inhalte – kann sich nicht auf automatische Kennzeichnung verlassen. Die Verantwortung für Transparenz liegt aktuell noch beim Anbieter, nicht beim Standard.

Marketing-Teams sollten außerdem wissen: Auch intern erzeugte KI-Bilder, die über externe Kanäle laufen, verlieren ihre Kennzeichnung. Wer Compliance nachweisen will, braucht eigene Dokumentationsprozesse.

Take-Away

C2PA ist der richtige Ansatz, aber kein Selbstläufer. Wer KI-generierte Bilder professionell einsetzt, sollte jetzt eine interne Richtlinie definieren: Welche Bilder werden wie gekennzeichnet, wo werden sie veröffentlicht, und wie wird die Herkunft dokumentiert – unabhängig davon, was Metadaten überleben. Der Standard schützt nur, wenn die gesamte Kette mitzieht.

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